"Unsere Apotheken: Die hätten auch Herrn Kneipp gefallen."

Landräte, Bürgermeister und Ortsvorsteher setzen sich in ganz Deutschland für die Apotheken vor Ort ein, weil sie sie für „Einfach unverzichtbar.“ halten. Mit dabei ist jetzt Annette Niermann, Bürgermeisterin des Kneipp-Kurortes Bad Iburg im Landkreis Osnabrück.

Bad Iburg, 9. September 2019 – „Mit der Apotheke verbinde ich den Kontakt von Mensch zu Mensch. Jemand, der vor Ort ist, wenn ein Notfall eintritt, wenn man Hilfe braucht, der Ansprechpartner ist, der Vertrauen schenkt und zu dem man Vertrauen hat. Immerhin geht es um die Gesundheit – um das, was dem Menschen wichtig ist“, sagt Annette Niermann vor der laufenden Kamera und spricht sich damit für die Apotheken und die Gesundheitsversorgung vor Ort bei den Bad Iburger Bürgerinnen und Bürgern aus. Bad Iburg ist ein staatlich anerkannter Kneipp-Kurort im Landkreis Osnabrück. Im Jahr 2018 kamen 600.000 Besucher der Niedersächsischen Landesgartenschau in die Stadt.

Die Bad Iburger Bürgermeisterin unterstützt mit ihrem Video- und Fotostatement die bundesweite Aktion „Einfach unverzichtbar.“ Die Statements von weiteren Landräten, Bürgermeistern und Ortsvorstehern sind auch via Facebook unter www.facebook.com/bedingungenfuerapotheker/ und auf der Webseite www.einfach-unverzichtbar.de/wichtig-vor-ort nachzulesen.

Unter dem Motto „Unsere Apotheken: Die hätten auch Herrn Kneipp gefallen.“ betont Niermann im Film die besondere Verbindung zwischen den drei Bad Iburger Apotheken und dem Kurort, die neben den über 11.000 Einwohnern auch zahlreiche Kurgäste und Besucher mit Arznei- oder auch Hilfsmitteln versorgen. „Die Apotheken hier vor Ort bieten natürlich Arbeitsplätze für die Menschen, die hier vor Ort leben. Sie bieten eine Infrastruktur für die Menschen, die alt sind und stehen natürlich immer als Ratgeber zur Verfügung. Und zwar ‚face to face‘ mit der Beratung, mit dem Know-how und der Kompetenz und das ist einfach etwas, das unschlagbar ist.“

Auch weitere Bürgermeister aus Niedersachsen unterstützen die Aktion: Mit dabei sind Ulrich Mädge, Oberbürgermeister aus Lüneburg, Heiko Schmelzle, Bürgermeister aus Norden (Ostfriesland), Berthold Tuitjer, Bürgermeister der Nordseeinsel Baltrum (Ostfriesland), Herrmann Wocken, Bürgermeister aus Dörpen (Emsland) und Helmut Knurbein, Bürgermeister aus Meppen (Emsland).

Die Aktion thematisiert, warum eine langfristige sichere und wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln für die Patienten in Deutschland durch die Apotheken vor Ort wichtig ist. Im Zuge der demographischen Entwicklung gibt es immer mehr ältere Menschen, die verstärkt pharmazeutisch betreut werden müssen. Dem gegenüber steht ein Generationenwechsel in den deutschen Apotheken, für die es immer schwieriger wird Nachfolger zu finden.

„Gerade junge Apotheker brauchen Planungssicherheit, damit sie sich auf das Wagnis der Selbstständigkeit einlassen können. Sie wollen zum Beispiel Klarheit darüber, was sie nach der Einführung des elektronischen Rezepts erwartet, und welche Rolle der Versandhandel bei der Versorgung mit Medikamenten in Zukunft spielen wird. Sie wollen das fachliche Potenzial, das sie aus dem Studium mitbringen, in der Apotheke stärker zum Tragen bringen und damit die Versorgung der Patienten verbessern. Die Voraussetzungen dafür müssen gesetzgeberisch geschaffen werden“, sagt Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen e.V. (LAV).

Laut einer Umfrage* aus 2018 begeisterten sich 72 Prozent der befragten Pharmaziestudierenden bei sechs vorgestellten Berufsfeldern am meisten für eine Tätigkeit in der Forschung eines pharmazeutischen Unternehmens. Die Arbeit als selbständiger Apotheker rangierte bei den Befragten nach der pharmazeutischen Industrie, dem Krankenhaus, der Arbeit als angestellter Pharmazeut und einer Position in der Hochschulforschung nur an Platz fünf. Laut der aktuellen Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Juni dieses Jahres gilt der Apotheker weiter als Engpassberuf. Die Statistik zeigt, dass offene Stellen in Apotheken durchschnittlich 143 Tage vakant bleiben. Mit der aktuellen Analyse hat die Behörde den bundesweiten Mangel an Apothekern zum sechsten Mal in Folge bestätigt.

*Befragung „Pharmaziestudium & Berufliche Zukunftsperspektiven 2018“ des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. und des Wort & Bild Verlages.

 Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) vertritt die wirtschaftlichen und berufspolitischen Interessen der niedersächsischen Apothekeninhaberinnen und Apothekeninhaber in der Öffentlichkeit, gegenüber der Politik, den Partnern im Gesundheitswesen und den Medien. Dem Verband sind rund 1.850 niedersächsische Apotheken angeschlossen.
 

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