Augentropfen: Auf den richtigen Gebrauch achten
Ohne Augenreizung durch den Sommer

Hannover, 15.07.2022 – Das Frühjahr und der Sommer bedeutet für viele Freizeitspaß im Freien und im kühlen Nass. Leider kann Pollenflug, Zugluft oder chlorhaltiges Wasser so manch strahlenden Blick trüben. Viele greifen in solchen Momenten zu Augentropfen, um die Beschwerden zu lindern. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn egal, ob die Reizung durch Heuschnupfen, klimatisierte Räume oder eine Augenerkrankung bedingt ist, sollten Augentropfen nicht sorglos verabreicht werden.

Bei der Behandlung stark geröteter, brennender oder juckender Augen sollte in jedem Fall der Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden, denn die Arzneimittel können Nebenwirkungen haben. Gefäßzusammenziehende Tropfen, sogenannte „Augenweißer“, sorgen zwar schnell für eine Besserung, können aber nach einigen Wochen Anwendung zu dauerhaft roten Augen führen. Auch in der Selbstmedikation nutzen viele Betroffene Augentropfen aus Unkenntnis, Unsicherheit oder eingeschränktem Sehvermögen oft falsch. „Die Augentropfen werden in das geöffnete Unterlid getropft. Ein Tropfen ist dabei ausreichend. Wenn der Patient mehr als einen Tropfen träufelt, wird die überschüssige Flüssigkeit durch die Tränenkanäle schneller abtransportiert. Dies vermindert die Wirkung des Arzneimittels im Auge“, sagt Ina Bartels, Inhaberin der Johannes-Apotheke in Hannover. „Augentropfen wirken besser, wenn das Lid nach dem Eintropfen für kurze Zeit geschlossen wird.“

Bei einigen Erkrankungen wie dem Grünen Star (Glaukom) kann eine Fehlanwendung sogar Herzprobleme oder Atembeschwerden verursachen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden ist es außerdem ratsam, bei der Anwendung von verschiedenen Augentropfen mindestens zehn Minuten zu pausieren.

„Idealerweise sollten Augentropfen vor dem Gebrauch auf Körpertemperatur vorgewärmt werden, beispielsweise in der Hosentasche oder der Handinnenfläche“, rät Apothekerin Ina Bartels, Vorsitzende des Bezirks Hannover-Stadt beim Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV). „Die Tropfflasche sollte immer so gehalten werden, dass die sterile Tropfspitze nicht das Lid berührt. Falls Schwierigkeiten bei der Anwendung auftreten, sind in der Apotheke verschiedene Hilfsmittel erhältlich, die das Einträufeln erleichtern.“

Die Apotheken vor Ort beraten Betroffene gerne über die korrekte Anwendung dieser und anderer erklärungsbedürftiger Medikamente und geben wertvolle Tipps.