Schmerzhaftes Wasserlassen

Hannover, 25. September 2019 – Es brennt und schmerzt beim Wasserlassen. Dazu kommt das Gefühl, ständig auf Toilette zu müssen – mit diesen Symptomen kündigt sich oft eine Blasenentzündung an. Die sogenannte „Zystitis“ ist eine Infektion der Harnwege. Meistens sind Bakterien für die Entzündung verantwortlich. Die Keime gelangen fast immer von außen über die Harnröhre in die Blase und führen so zu einer Entzündung und Reizung der Blasenwand. Verkühlung und eine geschwächte Immunabwehr begünstigen den Infekt. Laut Schätzungen erkrankt jede dritte Frau mindestens einmal im Leben an einer Blasenentzündung.

Männer sind davon eher selten betroffen. Wenn sie betroffen sind, hat die Zystitis beim Mann oft eine andere Ursache: Die Prostata. Ist diese vergrößert, kann der Urin aus der Blase nur erschwert ablaufen. Die Blase wird demnach nicht völlig entleert. Der Restharn, der in der Blase verbleibt, reichert sich mit Bakterien an. Deshalb sind in der Regel erst Männer ab 50 Jahren von einer Entzündung betroffen.

Kündigt sich eine Blasenentzündung an, helfen in vielen Fällen einfache Hausmittel: Ruhe, Wärme und viel Flüssigkeit. „Bei einer Infektion der Harnwege ist es wichtig, mindestens zwei bis drei Liter am Tag zu trinken“, sagt Ina Bartels, Inhaberin der Johannes-Apotheke in Hannover. „Die Bakterien müssen regelrecht fortgespült werden. Das gilt vor allem für die ersten Stunden der Erkrankung. Besonders gut eignen sich dafür Blasen- und Nierentees, denn diese wirken auch entzündungshemmend.“ Außerdem ist es wichtig, den Becken- und Nierenbereich warm zu halten. Das regt die Durchblutung an und stärkt die Abwehr. „Ich rate meinen Kunden zur Wärmflasche und auch zu warmen Umschlägen. Das tut gut und lindert die Schmerzen“, betont Apothekerin Ina Bartels, Vorsitzende des Bezirks Hannover-Stadt beim Landesapothekerverband Niedersachsen e.V.

Wird es nach zwei bis drei Tagen nicht besser, muss ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer schweren Entzündung helfen dann Antibiotika. Das Medikament muss so lange eingenommen werden, wie der Arzt es verordnet hat. Ansonsten gibt es möglicherweise einen Rückfall oder eine Resistenzbildung der Krankheitserreger. Bleibt eine Blasenentzündung unbehandelt, kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen. Unterstützend bei der Antibiotika-Therapie ist es ebenfalls hilfreich viel zu trinken.

Während bei Frauen die Zystitis im Großteil der Fälle unkompliziert verläuft, sieht es bei Männern etwas anders aus: Hier sind die Schmerzen oft ausgeprägter als bei Frauen, da die Harnröhre länger ist. Bei Männern besteht das große Risiko, dass durch die Blasenentzündung Komplikationen entstehen. Betroffene Männer sollten bei Blasenbeschwerden daher nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. Besondere Vorsicht ist auch für Schwangere, Menschen mit Diabetes mellitus oder einer Blasenfunktionsstörung sowie Kinder mit einer entzündeten Blase geboten. Sie sollten bereits bei den ersten Symptomen zum Arzt gehen. Tritt neben dem Brennen in den Harnwegen Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit oder Blut im Urin auf, ist es wichtig, sofort der Arzt aufzusuchen.

Das hilft bei einer Blasenentzündung

  • Viel trinken: Mindestens zwei bis drei Liter am Tag müssen getrunken werden. Das spült die Krankheitserreger aus dem Körper. Bei Herz- und Nierenkrankheiten kann es sein, dass der Arzt die Trinkmenge begrenzt hat. Die verordnete Menge an Flüssigkeit muss dann eingehalten werden.
  • Kräutertees: Bei den ersten Symptomen wie Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang helfen Blasen- und Nierentees. Diese enthalten u.a. Hauhechel, Birkenblätter, Orthosiphonblätter, Goldrutenkraut, Schachtelhalm, Bärentraubenblätter und Brennnessel. Diese Heilpflanzen wirken entzündungshemmend und harntreibend.
  • Antibiotikum: Der Arzt kann ein Antibiotikum verordnen, selbst wenn es sich um eine leichte oder erstmals auftretende Infektion handelt. Mit dieser Medikation klingen die Beschwerden in der Regel sehr schnell ab. Das Medikament muss so lange eingenommen werden, wie der Arzt es verordnet hat. Ansonsten kann es zu einem Rückfall oder einer Resistenzbildung der Krankheitserreger kommen.
  • Wärme und Ruhe: Einer entzündeten Blase tut Wärme gut, denn das regt die Durchblutung an und stärkt die Abwehr. Optimal ist eine Wärmflasche. Unterstützend für das Immunsystem sind Ruhe und Schlaf.
  • Pflanzliche Arzneimittel mit Kapuzinerkresse oder Meerrettich können ebenfalls helfen.
  • Zusätzlich können schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente wie beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden.

Blasenentzündung vorbeugen

  • Genügend trinken – besonders Frauen, die zu Blaseninfekten neigen. Bei Herz- und Nierenkrankheiten kann es sein, dass der Arzt die Trinkmenge begrenzt hat. Die verordnete Menge an Flüssigkeit muss dann eingehalten werden.
  • Darauf achten, den Beckenbereich warm zu halten. Das gilt vor allem bei Aufenthalten im Freien, wie zum Beispiel bei der Gartenarbeit. Nicht auf kalte Untergründe setzen! Beim Schwimmbadbesuch nach Verlassen des Wassers sofort trockene und warme Kleidung anziehen. Bei Harndrang zur Toilette gehen.
  • Richtige Toilettenhygiene: Am besten von vorne nach hinten säubern, auch bei der Reinigung nach dem Stuhlgang. Das verringert das Risiko, dass Bakterien aus dem Magen-Darmtrakt in die Harnröhre gelangen.
  • Unterwäsche möglichst bei 60 Grad waschen.
  • Unterhosen sollten nicht allzu knapp sitzen, um eine Reizung des Schambereiches zu vermeiden.
  • Schonende Intimhygiene: Für die Intimhygiene ist am besten warmes Wasser ohne Seife geeignet oder spezielle Intimduschlotionen.
  • Kondome schützen vor Erregern, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.
  • Für Frauen, die schnell an einer Blasenentzündung erkranken, gilt: Nach dem Geschlechtsverkehr innerhalb von 15 Minuten Wasser zu lassen, um so Keime, die zu einer Infektion führen könnten, auszuspülen.