Sicher lausfreie Köpfe

Hannover, 22. August 2018 – Sie sind gerade mal zwei bis drei Millimeter groß, krabbeln schnell und wenn sie zubeißen, dann fängt die betroffene Stelle an zu jucken: Kopfläuse. Die kleinen Parasiten ernähren sich von Blut und werden von Mensch zu Mensch übertragen. Dafür haben sie drei mit Krallen besetzte Beinpaare, mit denen sie sich an die Haare klammern, um dort auch ihre Eier (Nissen) anzukleben. Gerade Kinder sind oft von Kopfläusen betroffen. Durch engen Körperkontakt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule, Kindergarten oder Tagesstätte haben es die Krabbeltiere besonders leicht, von einem Kind zum anderen zu gelangen.

„Wenn Kopfläuse in der Schule oder im Kindergarten die Runde machen, dann sollten Eltern schnellstens kontrollieren, ob auch das eigene Kind betroffen ist. Dafür sind Läusekämme aus der Apotheke hilfreich“, erklärt Ina Bartels, Inhaberin der Johannes-Apotheke in Hannover. „Die Haare sollten dann vom Ansatz bis zu den Spitzen Strähne für Strähne durchgekämmt werden. Dann den Kamm auf ein Stück Küchenpapier streichen. So zeigt sich schnell, ob auf dem Kopf des Kindes Läuse nisten.“

Haben Eltern Läuse und bereits Nissen auf dem Kopf ihres Kindes entdeckt, müssen die Eltern des betroffenen Kindes dies der Gemeinschaftseinrichtung melden und bestätigen, dass sie ihren Nachwuchs entsprechend behandeln. Dazu ist es wichtig, die Köpfe der restlichen Familie unter die Lupe zu nehmen, auch die der Erwachsenen.

„Eltern sollten ihre Kinder bei Kopfläusen möglichst schnell und sehr sorgfältig behandeln“, sagt Ina Bartels, Vorsitzende des Bezirks Hannover-Stadt beim Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. „Neben dem Auskämmen müssen die Haare mit einem speziellen Läuseshampoo gewaschen werden. Damit es auch gut wirken kann, sollte es in ausreichender Menge und gleichmäßig im Haar verteilt werden sowie lang genug einwirken.“

Nach zehn Tagen muss diese Prozedur spätestens wiederholt werden. Das Auskämmen steht zwei Wochen lang alle vier Tage auf dem Programm. Neben der Behandlung sind weitere Maßnahmen sinnvoll, beispielsweise das Säubern von Kämmen, Bürsten, Haarsprangen und Zopfbändern. Möglicherweise betroffene Kleidung und Mützen sollten gewaschen werden. Außerdem ist es empfehlenswert, Handtücher, Bettbezüge und Laken bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

Laus-frei Schritt für Schritt:

  • Nach Entdeckung der Kopfläuse: Die Haare mit einem geeigneten Läusemittel und einer Haarspülung aus der Apotheke behandeln und mit einem speziellen Läusekamm nass auskämmen. Es ist wichtig, sich bei der Anwendung der Mittel genau an die angegebene Vorgehensweise zu halten.
  • Am fünften Tag nach der Erstbehandlung: Die Haare noch einmal wie am ersten Tag nass auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen.
  • Tag 8, 9 oder 10: Nach einer Kontrolle erfolgt eine zweite Behandlung mit dem Läusemittel, da Läuseeier die erste Behandlung unter Umständen überstehen können. So werden später geschlüpfte Larven abgetötet und durch nochmaliges nasses Auskämmen entfernt.
  • Tag 13: Noch einmal kontrollieren, indem die Haare nass ausgekämmt werden.
  • Tag 17: Zur Sicherheit noch einmal eine letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen.

Weitere unterstützende Maßnahmen:

  • Kämme und Bürsten, Haarspangen und Zopfbänder reinigen. Möglicherweise betroffene Kleidung und Mützen ebenfalls waschen.
  • Handtücher, Bettbezüge und -laken bei 60 Grad Celsius waschen.
  • Dinge, die nicht heiß gewaschen werden können, in einer verschlossenen Plastiktüte verstauen und am besten für zwei Tage in die Tiefkühltruhe legen (z. B. Kuscheltiere etc.) oder einfach nicht benutzen (ohne Blutnachschub sterben Kopfläuse spätestens nach 55 Stunden).