Apotheken-Protest in Hannover – Honorarerhöhung für Apothekerinnen und Apotheker gefordert
Hannover, 24. März 2026 – Apothekerinnen und Apotheker aus Niedersachsen sowie aus angrenzenden Bundesländern protestierten gestern zusammen mit ihren Teams in Hannover für eine Anpassung des Apothekenhonorars. Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) hatte an diesem Tag zu Apothekenschließungen sowie zu einer zentralen Kundgebung auf dem Opernplatz in Hannover aufgerufen. Rund 5.000 Teilnehmende beteiligten sich an der Kundgebung. Die Notfallversorgung erfolgte ausschließlich über die notdiensthabenden Apotheken.
„Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro schriftlich festgehalten. Doch was ist bislang passiert? Nichts!“, kritisierte Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen e.V. (LAV), in seiner Eröffnungsrede. „Wir haben uns deshalb in Hannover versammelt, um unsere Regierung daran zu erinnern, die geplante Honoraranpassung schnellstmöglich umzusetzen. Denn unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spart die Bundesregierung die Apotheken kaputt – und das können und wollen wir nicht zulassen!“
Groeneveld weiter: „Die Apotheken sind die Lotsen im Gesundheitssystem. Was wir leisten, tun wir aus Überzeugung für die Patientinnen und Patienten. Damit wir aber unsere Kernaufgaben weiterhin erfüllen und auch neue Leistungen übernehmen können, brauchen wir ein faires Honorar. Und dafür kämpfen wir!“.
Hauptgrund des Protests der Apothekerschaft ist das seit Jahren stagnierende Honorar bei gleichzeitig stark gestiegenen Kosten. Viele Apotheken können dem wirtschaftlichen Druck nicht mehr standhalten und müssen schließen. Apothekenschließungen bedeuten für die Patientinnen und Patienten längere Wartezeiten, verkürzte Öffnungszeiten und weitere Wege, um Arzneimittel und Beratung zu erhalten. Die Apothekerschaft rief daher zu einem bundesweiten Protesttag mit vier zentralen Kundgebungen – darunter Hannover – auf.
„Die Menschen brauchen eine verlässliche, wohnortnahe Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch ihre Apotheken – und sie wissen das auch zu schätzen. Deshalb richtet sich unser klarer Appell an die Politik: Sorgen Sie jetzt für eine faire und nachhaltige Vergütung, damit die Apotheken ihre wichtige Rolle auch in Zukunft erfüllen können!“, forderte LAV-Vorstandsvorsitzender Groeneveld.