LAV fordert sofortige Erhöhung des Apothekenhonorars - Wir lassen uns nicht kaputtsparen!
Hannover, 31. März 2026 – Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) kritisiert die Empfehlung der Finanzkommission Gesundheit, das Apothekenhonorar gestaffelt in den kommenden Jahren zu erhöhen, aufs Schärfste. Der LAV fordert die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung des Apothekenhonorars auf mindestens 9,50 Euro schnellstmöglich in einem Schritt umzusetzen.
„Wir sind entsetzt über die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit, das Apothekenhonorar über Jahre hinweg schrittweise zu erhöhen und zugleich weitere Einsparungen bei den Apotheken vorzunehmen. Damit wird die prekäre wirtschaftliche Lage der Apotheken ebenso ignoriert wie die gravierenden Folgen des Apothekensterbens für die Gesundheitsversorgung“, kritisiert Dr. Mathias Grau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV. „Das Apothekenhonorar wurde seit 2013 nicht mehr angepasst. Viele der Kolleginnen und Kollegen halten dem wirtschaftlichen Druck aufgrund der massiv gestiegenen Kosten nicht mehr stand und müssen schließen. Die Zahlen sind der Politik bekannt. Für uns ist es daher unverständlich, dass die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung auf mindestens 9,50 Euro nicht zügig umgesetzt wird. Wir brauchen diese Anpassung auch, um eine faire Grundlage für die geplanten Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen zu haben. Es muss endlich Geld ins Apothekensystem fließen – und zwar jetzt!“
Grau weist darauf hin, dass Apotheken nur einen geringen Anteil an den GKV-Ausgaben haben: „Wir sind keine Kostentreiber im Gesundheitssystem, sondern machen lediglich 1,8 Prozent der Ausgaben aus. Gleichzeitig tragen wir durch die Umsetzung der Rabattverträge dazu bei, dass die GKV jedes Jahr Milliarden einspart. Sollten nun weitere Einsparungen bei den Apotheken erfolgen oder Gelder umverteilt werden, die für neue pharmazeutische Dienstleistungen vorgesehen sind, widerspricht dies dem Koalitionsvertrag und wäre ein klarer Wortbruch!“
Der stellvertretende LAV-Vorstandsvorsitzende Grau appelliert an die Bundesregierung: „Stärken Sie die Apotheken, statt sie weiter unter Druck zu setzen. Denn Leidtragende der Folgen dieser politischen Untätigkeit sind nicht nur wir Apothekerinnen und Apotheker, sondern vor allem die Patientinnen und Patienten, die zunehmend immer längere Wege für ihre Arzneimittel in Kauf nehmen müssen. Sollte die versprochene Honorarerhöhung sich weiter verzögern, wird unser Berufsstand mit deutlichem Gegenwind reagieren.“