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Protest der Apothekerschaft – Apotheken am 23. März geschlossen

Hannover, 12. März 2026 – Am Montag, den 23. März 2026, bleiben die Apotheken in Niedersachsen geschlossen. An diesem Tag erfolgt die Notfallversorgung ausschließlich über die notdiensthabenden Apotheken. Hintergrund ist der bundesweite Protesttag der Apothekerschaft und die Forderung nach einer wirtschaftlichen Stärkung der Apotheken vor Ort. Für Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen ist es ratsam, in der Woche davor bereits ihre Rezepte in der Apotheke einzulösen. Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) ruft an dem Tag außerdem zu einer zentralen Kundgebung in Hannover auf. Die Versammlung findet um 13 Uhr auf dem Opernplatz in der hannoverschen Innenstadt statt. 

„Am 23. März protestieren wir Apothekerinnen und Apotheker mit unseren Teams in Hannover für den Erhalt der qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort“, sagt Frank Germeshausen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV. Hauptgrund des Protests der Apothekerschaft ist das seit Jahren stagnierende Honorar bei gleichzeitig stark gestiegenen Kosten. Germeshausen erklärt: „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Anpassung des Apothekenhonorars versprochen. Wir unterstützen deshalb das aktuelle Gesetzgebungsverfahren von Bundesgesundheitsministerin Warken und die parallel laufende Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung ausdrücklich, um die jahrelang ausbleibende Anpassung der Vergütung schnellstmöglich umzusetzen, denn wir werden es nicht zulassen, dass die Apotheken kaputtgespart werden!“ 

Die Apothekenzahl geht derzeit rasant zurück – auch in Niedersachsen. Apothekenschließungen bedeuten für die Patientinnen und Patienten noch längere Wartezeiten, verkürzte Öffnungszeiten und weitere Wege, um ihre Arzneimittel und die dazugehörige Beratung zu erhalten. „Die Politik muss jetzt ihr Versprechen halten! Tut sie es nicht, werden weitere Kolleginnen und Kollegen ihre Betriebe schließen und die Patientinnen und Patienten vor Ort darunter leiden, weil sich ihre Versorgungslage weiter verschärft,“ warnt stellvertretender LAV-Vorstandsvorsitzender Germeshausen.   

Seit 2013 wurde die Apothekenvergütung nicht angepasst, dabei sind die Kosten in diesen 
13 Jahren um 65 Prozent gestiegen. Viele Apotheken können diesen Druck nicht mehr standhalten und müssen schließen. Auch die Übernahme einer Apotheke oder Neugründung wird für junge Apothekerinnen und Apotheker zunehmend unattraktiver. „Kaum ein junger Mensch möchte unter diesen Voraussetzungen noch eine Apotheke eröffnen oder übernehmen. Wir brauchen finanzielle Stabilität, damit auch junge Apothekerinnen und Apotheker den Schritt in die Selbstständigkeit gehen und die Arzneimittelversorgung vor Ort in Zukunft sicherstellen. Auch deshalb protestieren wir am 23. März in Hannover“, sagt Germeshausen