LAV fordert die Umsetzung des Koalitionsvertrages –
Versorgung nur mit gestärkten Apotheken

Hannover, 18. Februar 2026 – Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) fordert die Bundesregierung weiterhin auf, die im Koalitionsvertrag festgehaltene Erhöhung des Apothekenhonorars auf mindestens 9,50 Euro unverzüglich umzusetzen. Der LAV kritisiert den von der Politik verursachten Stillstand bei den Honoraren der Apotheken und appelliert an die Verantwortlichen, die Apotheken schnellstmöglich finanziell zu stärken, um das rasante Apothekensterben zu stoppen. 

„Das Bundesgesundheitsministerium hat beim Gesetzentwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes zwar einige Punkte nachgebessert, doch die versprochene und dringend notwendige Erhöhung des Apothekenhonorars ist bislang ausgeblieben“, kritisiert Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV. „Verschiebt die Politik die geplante Honorarerhöhung für Apotheken weiterhin, gefährdet sie die flächendeckende Arzneimittelversorgung der Bevölkerung in Deutschland und somit auch in Niedersachsen. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies immer weitere Wege, um ihre Arzneimittel und qualifizierte Beratung in der Apotheke vor Ort zu erhalten.“

Das Apothekenhonorar ist in der Arzneimittelpreisverordnung geregelt. Das Fixum liegt seit 2013 unverändert bei 8,35 Euro. Aufgrund der permanent steigenden Betriebs-, Personal- und Energiekosten können sich viele Apotheken wirtschaftlich nicht mehr halten und müssen schließen. „Wir Apothekerinnen und Apotheker brauchen eine verlässliche finanzielle Grundlage und Planungssicherheit, um unsere Kernaufgaben weiterhin zuverlässig erfüllen und die geplanten neuen Leistungen übernehmen zu können“, betont Groeneveld. „Wir fordern daher die Politik erneut auf, die im Koalitionsvertrag zugesagte Anpassung der Vergütung jetzt umzusetzen. Auch die Niedersächsische Landesregierung – allen voran der Niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi – hat den Ernst der Lage erkannt und fordert schon seit Langem öffentlich die finanzielle Stärkung der Apotheken. Wir fragen uns, warum dies der Bund nicht erkennt und nicht schon längst die erforderlichen Schritte einer Anpassung des Apothekenhonorars angegangen ist. Die Politik schaut weiterhin zu, wie sich mit dem Rückgang der Apotheken die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zunehmend verschlechtert. Leitet die Politik nicht schnellstmöglich die zugesagte Anpassung des Apothekenhonorars in die Wege, werden wir die Bevölkerung noch intensiver auf die gravierenden Folgen des Apothekenrückganges für die Gesundheitsversorgung aufmerksam machen.“