Keine zusätzlichen Belastungen der Apotheken –
Höherer Kassenabschlag gefährdet die Versorgung
Hannover, 2. Juli 2026 – Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) warnt vor den gravierenden Folgen der geplanten Erhöhung des Kassenabschlages für Apotheken. Die zusätzliche finanzielle Belastung bedroht die Existenz vieler Vor-Ort-Apotheken und gefährdet damit die flächendeckende Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Sollte die Bundesregierung ihre Pläne umsetzen, geraten wirtschaftlich bereits angeschlagene Apotheken erneut unter erheblichen Druck. Die Folge wären weitere Apothekenschließungen mit spürbaren Auswirkungen auf die wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.
„Die Bundesregierung erhöht endlich das seit Jahren längst überfällige Apothekenhonorar, belastet aber mit einer Anhebung des Kassenabschlages genau die Apotheken, die sie stärken möchte. Das passt nicht zusammen“, kritisiert Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV. „Die geplante Maßnahme steht im Widerspruch zum versprochenen Ziel der Koalition, die Apotheken zu stärken. Wird die Erhöhung des Kassenabschlages umgesetzt, wird ein großer Teil der Honorarerhöhung wieder aufgezehrt.“
Besonders kritisch sieht der LAV-Vorstandsvorsitzende die Auswirkungen der zusätzlichen Belastungen auf die wohnortnahe Arzneimittelversorgung. Eine erneute Erhöhung des Kassenabschlags verschärft den wirtschaftlichen Druck der Apotheken aufs Neue und wird zu weiteren Apothekenschließungen führen. Die Folgen liegen klar auf der Hand: Wichtige Arbeitgeber gehen auf dem Land und in den Städten verloren und die Patientinnen und Patienten müssen längere Wege auf sich nehmen, um Arzneimittel und Beratung zu erhalten. Die Gesundheitsversorgung dünnt weiter aus.
„Seit mehr als 13 Jahren haben wir Apothekerinnen und Apotheker auf eine Anpassung des Honorars gewartet. In dieser Zeit haben die Apotheken dadurch mit einem Sparbeitrag von mehr als 15 Milliarden Euro einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung geleistet“, führt Groeneveld aus. „Von 2023 bis 2025 haben die Apotheken außerdem bereits einen höheren Kassenabschlag abgeführt, um die Finanzlage der GKV abzumildern. Durch die Umsetzung von Rabattverträgen sparen wir für die GKV etliche Milliarden pro Jahr ein. Die Apotheken sind keine Kostentreiber des Systems – im Gegenteil: Sie machen nur 1,7 Prozent der Gesamtausgaben der GKV aus. Vor diesem Hintergrund ist die geplante Erhöhung des Kassenabschlags weder sachgerecht noch verhältnismäßig.“
Groeneveld betont: „Wer den Kassenabschlag erhöht, nimmt weitere Apothekenschließungen bewusst in Kauf und gefährdet die wohnortnahe Arzneimittelversorgung. Das kann nicht im Interesse einer zukunftsfähigen Gesundheitspolitik sein!“