Tanja Bimczok
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Hannover, 30. April 2026 – Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) fordert die Bundesregierung auf, Apotheken von ihrer Rolle als „Inkassostelle“ für Krankenkassen zu entlasten. Sollte die Bundesregierung die geplanten Erhöhungen der Zuzahlungen für Medikamente umsetzen, müssen die Krankenkassen diese Beträge künftig selbst bei ihren Versicherten einziehen, fordert der LAV.
„Bereits heute belastet das Einziehen der Zuzahlungen die wirtschaftlich stark unter Druck stehenden Apotheken. Diese tragen zum Beispiel die Kosten für Kartenzahlungen selbst und bleiben bei Zahlungsausfällen auf dem Schaden sitzen“, berichtet Dr. Mathias Grau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV. „Steigende Zuzahlungen bedeuten automatisch mehr Kartenzahlungen und damit höhere Transaktionskosten für Apotheken – und das bei einem seit Jahren stagnierenden Apothekenhonorar!“, erklärt Grau. „Es ist deshalb nicht länger hinnehmbar, dass Apotheken Aufgaben der Krankenkassen übernehmen, dafür keinen Cent erhalten und zugleich das volle Risiko tragen müssen!“
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende führt weiter aus: „Vielen Patientinnen und Patienten ist zudem nicht bewusst, dass die Zuzahlungen keine Einnahmen der Apotheken sind. Wir leiten diese Gelder vollständig an die Krankenkassen weiter. Kommt es zu Problemen bei der Zahlung, entsteht allein bei der Apotheke ein finanzieller Schaden. Dies ist aus unserer Sicht schon längst nicht mehr tragbar und muss beendet werden“, betont Grau.
Zudem warnt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende davor, dass Apothekenteams zunehmend den Frust und Unmut der Patientinnen und Patienten abbekommen. „Nicht die Krankenkassen stehen im direkten Kontakt mit den Versicherten, sondern wir in den Apotheken. Wenn die Politik höhere Zuzahlungen beschließt, darf sie die Umsetzung nicht länger auf die Apotheken abwälzen. Die Krankenkassen müssen ihre Beiträge selbst von ihren Versicherten einziehen.“
Der LAV lehnt höhere Zuzahlungen für Medikamente grundsätzlich ab. „Höhere Zuzahlungen führen außerdem dazu, dass sich manche Patientinnen und Patienten notwendige Medikamente nicht mehr leisten können. Therapieabbrüche und verschleppte Erkrankungen wären die Folge – mit am Ende noch höheren Kosten für das Gesundheitssystem. Eine gute Gesundheitsversorgung muss für jede und jeden erreichbar sein – unabhängig vom Einkommen“, warnt Grau.
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