LAV kritisiert die geplante Erhöhung des Apothekenabschlages - "Keine zusätzlichen Belastungen für Apotheken!"

Hannover, 12. Juni 2026 – Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) kritisiert die Pläne der Bundesregierung, den Kassenabschlag für Apotheken pro abgegebenem Arzneimittel anzuheben, auf das Schärfste. Die vorgesehene Maßnahme steht im Widerspruch zu der im Koalitionsvertrag formulierten Erhöhung des Apothekenhonorars, um die wirtschaftliche Lage der Apotheken zu verbessern. 

„Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung einerseits das seit Jahren überfällige Apothekenhonorar anheben will, andererseits aber mit einer Erhöhung des Kassenabschlages neue finanzielle Belastungen für Apotheken schafft. Auch die Expertenkommission hat in ihrem 66-Punkte-Programm davon nicht gesprochen. Diese Idee ist ein klarer Bruch der Formulierung des Koalitionsvertrages, der uns überproportional hart trifft!“, kritisiert Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV. 

Groeneveld verweist auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Apotheken: „Die schon seit Jahren überfällige Honorarerhöhung war für die vielen unter erheblichem Druck stehenden Apothekenbetriebe ein Hoffnungsschimmer. Nun sollen die Apothekeninhaberinnen und -inhaber erneut dazu beitragen, die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenkassen auszugleichen. Dabei werden sowohl die wirtschaftlichen Herausforderungen der Apotheken als auch die Folgen des fortschreitenden Apothekensterbens für die Versorgung der Bevölkerung von der Politik ausgeblendet.“ 

Der LAV-Vorstandsvorsitzende stellt weiter dar: „Das Apothekenhonorar ist seit mehr als 13 Jahren nicht angepasst worden. Allein dadurch haben die Apotheken ihren Sparbeitrag von mit über 15 Milliarden Euro zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen mehr als genug geleistet. Nicht zu vergessen: Von 2023 bis Anfang 2025 leisteten wir schon einen erhöhten Kassenabschlag, um das Finanzloch der GKV zu stopfen. Durch die Umsetzung der Rabattverträge sparen wir außerdem für die GKV jährlich Milliarden von Euro ein. Gleichzeitig machen die Apotheken nur 1,8 Prozent der GKV-Gesamtausgaben aus. Die Apotheken sind nicht die Kostentreiber im Gesundheitssystem!“ 

Groeneveld warnt vor weiteren Belastungen für die Apotheken: „Sollte die Bundesregierung an einer Erhöhung des Kassenabschlages festhalten, wird bewusst und willentlich die Anzahl der Apotheken reduziert, da die Erhöhung des Apothekenhonorars durch die Sparmaßnahme sowie von der für 2027 angekündigte Erhöhung des Mindestlohnes mehr als aufgezehrt werden wird. Die Leidtragenden werden die Patientinnen und Patienten sein, deren wohnortnahe Arzneimittelversorgung weiterhin gefährdet ist. Wir werden uns deshalb mit Nachdruck gegen diese Pläne zur Wehr setzen“.

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