LAV warnt vor Sicherheitslücken des Cardlink-Verfahrens via Smartphone-Apps
Geplanter Einlöseweg des E-Rezepts gefährdet Patienten

Hannover, 3. April 2024 Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) warnt vor den Sicherheitslücken des neu geplanten Einlöseweges des E-Rezepts via Smartphone-Apps (Cardlink-Verfahren). Patientinnen und Patienten sollen über Smartphone-Apps, die zukünftig über Drittanbieter angeboten werden, ihre E-Rezepte einlösen können. Das Bundesgesundheitsministerium hat – trotz Warnungen der Verbände der Apotheken, Krankenhäuser, (Zahn-) Ärzteschaft und Krankenversicherungen, die am E-Rezeptsystem beteiligt sind – den Weg frei für das vierte Einlöseverfahren des E-Rezepts gemacht.

„Es gibt bereits mit der E-Rezept-App, der elektronischen Gesundheitskarte sowie dem Ausdruck des Tokens drei Einlösewege für das E-Rezept. Alle drei Wege haben einen hohen Sicherheitsstandard, denn diese unterliegen strengen Anforderungen, um die Gesundheitsdaten der Patientinnen und Patienten zu schützen“, sagt Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV. „Warum das Bundesgesundheitsministerium nun einen vierten Einlöseweg anbieten will und dabei auf Drittanbieter setzt, also auf Unternehmen, die ein großes wirtschaftliches Interesse daran haben, an Patientendaten ranzukommen, ist für uns unbegreiflich!“.

Groeneveld warnt: „Der geplante Einlöseweg trägt definitiv nicht zu einer Verbesserung der Arzneimittelversorgung bei und gefährdet gravierend den Patientenschutz! Die Patientinnen und Patienten werden es schwer haben, zu unterscheiden, welche Apps einen sicheren Datenschutz bieten und welche nicht. Sollten Patientinnen und Patienten über Apps von Unternehmen ihre E-Rezepte einlösen, werden sie keinen Einfluss mehr haben, was mit ihren Gesundheitsdaten passiert und gewinnorientierten Unternehmen ausgeliefert sein.“

Der LAV-Vorstandsvorsitzende kritisiert weiter: „Alle Beteiligte haben täglich mit technischen Ausfällen des E-Rezeptsystems zu kämpfen und gerade Apotheken müssen derzeit das Ausbaden, was andere versäumt haben. Das Bundesministerium steht in der Verantwortung und in der Pflicht, für ein stabiles E-Rezept-System sorgen. Nur das wird zu mehr Akzeptanz des E-Rezepts seitens der Beteiligten und der Patientinnen und Patienten führen!“ 

Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) e.V. vertritt die berufspolitischen und wirtschaftlichen Interessen der niedersächsischen Apothekeninhaberinnen und -inhaber in der Öffentlichkeit, gegenüber der Politik, den Partnern im Gesundheitswesen und den Medien. Dem Verband sind rund 1.675 niedersächsische Apotheken angeschlossen.

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